Veröffentlicht am
25.11.2025

Warum bKV-Projekte scheitern: 5 Fehler, die Sie 2026 vermeiden müssen

Martin Schmidt
Martin Schmidt
Mitgründer von MB24
Warum bKV-Projekte scheitern: 5 Fehler, die Sie 2026 vermeiden müssen
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Warum bKV-Projekte scheitern: 5 Fehler, die Arbeitgeber teuer zu stehen kommen

Es ist das klassische Szenario: Der Geschäftsführer will etwas Gutes tun. Ein Budget wird freigegeben, ein Versicherungsvertrag unterschrieben, und alle klopfen sich auf die Schulter. "Wir haben jetzt eine bKV!"

Sechs Monate später folgt die Ernüchterung:

  • Die HR-Abteilung stöhnt über Mehrarbeit.
  • Die Mitarbeiter wissen gar nicht, dass sie versichert sind.
  • Die Nutzungsquote liegt bei unter 10 %.

Das Fazit des Chefs: "Das bringt doch nichts."

Falsch. Das Instrument ist genial, aber die Umsetzung war mangelhaft. Eine betriebliche Krankenversicherung ist kein Produkt, das man einmal kauft und ins Regal stellt. Es ist ein HR-Prozess.

Hier sind die 5 brutalsten Fehler, die wir immer wieder sehen – und wie Sie sie vermeiden.

Fehler 1: Der "Stille Post"-Launch

Der häufigste Tod einer bKV ist die Stille. Das Unternehmen schließt den Vertrag ab und schickt eine trockene E-Mail oder ein PDF ins Intranet: "Liebe Kollegen, anbei Ihre Versicherungsunterlagen."

Die Reaktion beim Mitarbeiter:

  1. "Ist das Werbung?"
  2. "Muss ich das selbst zahlen?"
  3. "Löschen."

Wenn Sie Benefits nicht verkaufen, werden sie nicht genutzt. Ein ungenutztes Budget hat für Sie als Arbeitgeber einen ROI von Null.

Die Lösung: Machen Sie Lärm! Ein bKV-Start muss inszeniert werden wie ein Produkt-Launch. Wir nutzen dafür Mitarbeiter-Webinare, physische Willkommens-Karten (etwas Haptisches für den Schreibtisch) und Plakate. Wenn der Mitarbeiter nicht versteht, dass er gerade 900 € geschenkt bekommen hat, haben wir unseren Job nicht gemacht.

Fehler 2: Mogelpackungen im Kleingedruckten (Sublimits)

Sie entscheiden sich für einen günstigen Budgettarif. 600 € Budget für 15 €. Klingt fair. Ein Mitarbeiter freut sich und kauft sich eine neue Brille für 500 €. Er reicht die Rechnung ein – und bekommt nur 150 € erstattet.

Der Grund: Ein "Sublimit" im Kleingedruckten deckelt Sehhilfen auf 150 €.Das Ergebnis: Statt Dankbarkeit ernten Sie Wut und Frust. "Der Chef hat uns billigen Mist angedreht."

Die Lösung: Transparenz ist alles. Wir filtern für unsere Kunden gnadenlos alle Tarife aus, die versteckte Deckelungen haben. Ein Budget muss ein Budget sein: 600 € heißt 600 € – egal ob für Brille oder Zahnarzt.

Fehler 3: Die Steuerfalle (50 € Sachbezug)

Viele Unternehmen nutzen die 50 € Sachbezugsfreigrenze (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG), um die bKV steuerfrei anzubieten. Das ist smart. Aber: Diese Grenze ist hart.

50,01 € führen dazu, dass der komplette Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig wird (Haftungsrisiko!).Der Fehler passiert oft schleichend: Der Mitarbeiter bekommt zum Geburtstag noch einen 40 € Tankgutschein. Rechnung: 15 € bKV + 40 € Gutschein = 55 €. Und Zack - die Grenze ist gesprengt. Für das Finanzamt ist das ein gefundenes Fressen bei der nächsten Lohnsteueraußenprüfung.

Die Lösung: Wir raten oft zur Pauschalversteuerung nach § 37b EStG oder § 40b EStG (je nach Tarifart). Das kostet Sie als Arbeitgeber zwar pauschal ca. 30 % Steuern, aber Sie kaufen sich damit 100 % Rechtssicherheit und halten den 50 € Sachbezug frei für andere Dinge (wie den Tankgutschein).

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Fehler 4: HR zur Poststelle machen

Wenn Ihre Personalabteilung anfängt, Arztrechnungen von Mitarbeitern einzusammeln und an den Versicherer weiterzuleiten, haben Sie verloren.

  1. Datenschutz-Gau: HR darf keine Diagnosen sehen.
  2. Zeitfresser: Ihre Personaler sind für Strategie und Recruiting da, nicht für Briefumschläge.

Die Lösung: Zero-Admin-Policy. Die Abwicklung muss zu 100 % digital zwischen Mitarbeiter und Versicherer laufen (via App). Wir implementieren Schnittstellen, bei denen HR nur noch "Mitarbeiter Eintritt" und "Mitarbeiter Austritt" meldet. Alles andere läuft automatisch.

Fehler 5: Gießkannen-Prinzip bei der Zielgruppe

Einem 20-jährigen Azubi ist der Chefarzt im Krankenhaus egal. Er will Zuschüsse fürs Fitnessstudio oder eine Brille. Einem 55-jährigen Lageristen ist das Fitnessstudio egal. Er braucht Zahnersatz und schnelle Termine beim Orthopäden.

Wer allen das Gleiche gibt, begeistert niemanden so richtig.

Die Lösung: Zielgruppen-Analyse. Wir prüfen Ihre Altersstruktur und die Bedürfnisse (siehe dazu unsere Branchen-spezifische bKV-Lösungen). Oft macht es Sinn, unterschiedliche Tarife für Azubis, Fachkräfte und Führungskräfte anzubieten.

Fazit: Gut gemeint reicht nicht

Eine bKV ist eines der mächtigsten Werkzeuge zur Mitarbeiterbindung – aber nur, wenn sie professionell eingeführt wird. Der Grat zwischen "begeistertem Team" und "genervter HR-Abteilung" ist schmal.

Riskieren Sie keinen Fehlstart.

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