Wird Ihre bKV kaum genutzt, liegt das selten am Tarif. Meist wissen die Beschäftigten nicht genau, was versichert ist und wie sie eine Rechnung einreichen. Die Lösung ist eine klare Information zum Start, ein fester Platz im Onboarding und zwei bis drei Erinnerungen im Jahr.
Wie viel möglich ist, zeigt eine Auswertung des Maklerhauses Funk. Bei Budgettarifen nutzt im Schnitt mehr als die Hälfte der Versicherten ihre bKV, unabhängig von der Firmengröße (Funk, 09.12.2025). Liegt Ihr Betrieb deutlich darunter, lohnt sich ein genauer Blick auf die Kommunikation.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die Nutzung messen, wie Sie Mitarbeiter informieren und was Sie dabei rechtlich beachten müssen.
Woran Sie erkennen, dass Ihre bKV nicht ankommt
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine Zusatzversicherung, die Sie als Arbeitgeber für Ihre Belegschaft abschließen und bezahlen. Sie ergänzt die gesetzliche Kasse, etwa bei Brille, Zahnreinigung oder Vorsorge. Die Grundlagen finden Sie im Überblick zur betrieblichen Krankenversicherung.
Die Zahl der Betriebe mit bKV wächst schnell. Ende 2025 boten 60.600 Unternehmen eine voll arbeitgeberfinanzierte Kranken- oder Pflegeversicherung an. Das sind 16 % mehr als ein Jahr zuvor. Über 2,8 Millionen Menschen waren so abgesichert (PKV-Verband, Stand 31.12.2025). Ob die Leistung im Alltag ankommt, sagt diese Zahl aber nicht.
Die Nutzungsquote als Kennzahl
Die Nutzungsquote ist der Anteil der Versicherten, die in einem Jahr mindestens eine Leistung abgerechnet haben. Manche Versicherer nennen sie auch Leistungsquote. Fragen Sie nach, wie Ihr Versicherer die Zahl genau berechnet.
Die Kennzahl steht im Reporting, das viele Versicherer für Gruppenverträge liefern. Die Funk-Studie beruht genau auf solchen Reportings. Funk hat dafür die Verträge von 170 Unternehmen mit fast 70.000 Versicherten ausgewertet (Funk bKV-Reporting-Guide 2026, 09.12.2025).
Welche Werte Sie einordnen können
Für Budgettarife gibt es einen Vergleichswert: Im Schnitt nutzt mehr als die Hälfte der Versicherten das Budget. Höhere Budgets werden häufiger genutzt als niedrige (Funk, 09.12.2025). Für Bausteintarife hat Funk keine Quote veröffentlicht. Vergleichen Sie dort vor allem Ihre eigenen Jahre miteinander.
Tabelle: Eingereichte Rechnungen je Versichertem nach Budgethöhe (2024)
Weitere Warnsignale brauchen keine Statistik. Fragen Beschäftigte, ob sie „das mit der Versicherung“ überhaupt haben? Kommen Fragen erst, wenn jemand eine Brille braucht? Dann fehlt die Grundinformation.
Warum Beschäftigte ihre bKV nicht nutzen
Die Gründe sind meist praktisch. Die Leistung ist da, aber niemand hat sie greifbar erklärt. Typisch sind diese Ursachen:
Tabelle: Typische Ursachen und passende Maßnahmen
Die Tabelle ersetzt keine Auswertung Ihres Betriebs. Sie hilft aber, die passende Maßnahme zu finden. Wie ein schwacher Start eine bKV ausbremst, beschreiben wir auch im Beitrag über typische Fehler bei bKV-Projekten.
Der Kick-off: So stellen Sie die bKV vor
Der Start prägt, wie die Belegschaft die bKV sieht. Eine Rundmail mit PDF reicht dafür nicht. Planen Sie lieber einen kurzen, persönlichen Termin.
Was in den Kick-off gehört
- Wer zahlt: Sie als Arbeitgeber. Die Beschäftigten zahlen nichts dazu.
- Was es bringt: Drei konkrete Beispiele, etwa Brille, Zahnreinigung und Vorsorge.
- Wie es geht: Rechnung fotografieren, in der App hochladen, Erstattung abwarten.
- Was Sie nicht sehen: Keine Diagnosen, keine Einzelrechnungen.
- Wo es Hilfe gibt: Ein Ansprechpartner im Betrieb und die Hotline des Versicherers.
Die App verdient eine kurze Live-Vorführung. Laut Funk werden neun von zehn Rechnungen digital per E-Mail oder App eingereicht (Funk, 09.12.2025). Wer das einmal gesehen hat, traut sich eher.
Wer den Kick-off hält
Die Geschäftsführung sollte die bKV selbst ankündigen. Das zeigt, dass es ein ernst gemeintes Angebot ist. Die Details kann danach HR oder Ihr Makler erklären. Bei Schichtbetrieb lohnen sich zwei oder drei Termine, damit alle Teams dabei sind.
Wie der Kick-off in die gesamte Einführung passt, zeigt unser Leitfaden bKV einführen in 7 Schritten.




