Unsere Studie zeigt die größte unerfüllte Nachfrage der gesamten Erhebung: 44% der Beschäftigten wünschen sich eine betriebliche Krankenversicherung (bKV), aber nur 9% arbeiten tatsächlich bei einem Arbeitgeber, der eine anbietet. Das ist eine Lücke von 35 Prozentpunkten. Dieser Befund ist Teil unserer Mitarbeiterbindungs-Studie 2026.
35 Prozentpunkte klingen erst mal abstrakt. Konkret heißt das: Fast jeder zweite Ihrer Beschäftigten würde sich über eine bKV freuen, aber nur jeder elfte hat tatsächlich eine. Bei keinem anderen Benefit in unserer Studie ist die Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit so groß.
Was ist eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) überhaupt?
Eine bKV ist eine vom Arbeitgeber finanzierte Zusatzversicherung für die gesamte Belegschaft, die typische Lücken der gesetzlichen Krankenkasse schließt. Sie kostet oft nicht mehr als ein Mittagessen pro Person und Monat.
Konkret deckt eine bKV meist Dinge ab, die die gesetzliche Kasse nur teilweise oder gar nicht übernimmt: schnellere Termine beim Facharzt, Zuschüsse zu Zahnersatz und Brille, zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, manchmal auch Heilpraktiker-Leistungen. Der Arbeitgeber zahlt die Prämie, alle Mitarbeitenden sind automatisch mitversichert, ohne Gesundheitsprüfung im Einzelfall.
Anders als bei einer privaten Krankenzusatzversicherung, die jeder für sich selbst abschließen müsste, übernimmt hier der Betrieb die Organisation und die Kosten. Für viele Beschäftigte ist das der einfachste Weg, überhaupt eine Zusatzabsicherung zu bekommen, weil sie sich um nichts kümmern müssen. Steuerlich ist die bKV bis zu einer monatlichen Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro pro Mitarbeitendem lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG), wie das Bundesministerium der Finanzen in seinen Lohnsteuer-Richtlinien festhält (BMF, 2026, abgerufen 2026-07-10).
Gerade für den Mittelstand ist das relevant, weil in unserer Beratung immer wieder Geschäftsführer eine bKV für ein Konzern-Thema halten, zu teuer, zu kompliziert für den eigenen Betrieb. Die Prämien liegen aber meist zwischen 20 und 50 Euro pro Mitarbeitendem und Monat, deutlich unter dem, was viele erwarten.
Die Lücke zwischen bKV-Wunsch und bKV-Angebot: 44% zu 9%
Bei keinem anderen Benefit unserer Studie klafft Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander wie bei der bKV: 44% Wunsch gegenüber 9% tatsächlichem Angebot. Das ist die größte unbediente Nachfrage der gesamten Erhebung.
Zum Vergleich: Auch beim Gehalt und bei Mental-Health-Angeboten gibt es Wunsch-Lücken, aber die betreffen Themen, die viele Betriebe zumindest in Ansätzen schon anbieten. Bei der bKV ist es anders. Fast die Hälfte der Belegschaft will sie, aber über 90% der Betriebe, in denen diese Menschen arbeiten, haben sie nicht im Programm.
Zitierfähige Kurzfassung: Die MB24-Studie 2026 (n=350, Frühjahr 2026) zeigt die größte Nachfragelücke aller gemessenen Benefits: 44% der Beschäftigten wünschen sich eine bKV, nur 9% haben tatsächlich eine, eine Differenz von 35 Prozentpunkten.
Was heißt das für einen typischen Mittelstandsbetrieb?
Wenn Sie 80 Mitarbeitende haben und noch keine bKV anbieten, wünschen sich statistisch rund 35 davon dieses Instrument. Sie konkurrieren damit gegen jeden Arbeitgeber in Ihrer Region, der diese Lücke bereits geschlossen hat, meist ohne dass Sie es merken, bis die Kündigung auf dem Tisch liegt.




