Eine betriebliche Krankenversicherung kostet zwischen 9,90 € und 62,68 € pro Mitarbeiter und Monat. Diese Spanne umfasst alle 26 Budgettarife mit belegten Beiträgen aus unserer Tarifdatenbank – vom 300-€-Einstieg bis zum 1.500-€-Premiumbudget (MB24-Tarifdatenbank, Stand 08/2026).
Montagmorgen, 09:05 Uhr. Produktionsleiterin Jana legt dem CFO die Krankenstandsstatistik vor: 6,1 % Ausfallquote, zwei Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. In der anschließenden Diskussion fällt der Satz, der jede Budgetrunde bestimmt: „Eine betriebliche Krankenversicherung klingt gut – aber was kostet sie uns?“
Der Monatsbeitrag ist dabei nur die halbe Wahrheit. Entscheidend sind die Jahreskosten für die gesamte Belegschaft, eine steuerliche Grenze, die vier Tarifkombinationen überschreiten, und der Return on Investment, den Sie schon vor der Vertragsunterschrift berechnen können. Alle drei rechnen wir hier durch.
Was kostet eine bKV pro Mitarbeiter und Monat?
Der Monatsbeitrag hängt vor allem von der Budgetstufe ab: 300 € Jahresbudget kosten ab 9,90 €, 1.500 € ab 31,87 € pro Mitarbeiter (MB24-Tarifdatenbank, Stand 08/2026). Innerhalb einer Stufe schwanken die Preise je nach Leistungsumfang um Faktor 2 bis 3,3.
Die Eckwerte je Budgetstufe:
| Jahresbudget | Günstigster Beitrag | Teuerster Beitrag | Tarife |
|---|---|---|---|
| 300 € | 9,90 € | 32,88 € | 20 |
| 600 € | 17,90 € | 41,68 € | 19 |
| 900 € | 23,55 € | 49,68 € | 19 |
| 1.200 € | 27,72 € | 56,68 € | 18 |
| 1.500 € | 31,87 € | 62,68 € | 18 |
Quelle: MB24-Tarifdatenbank, Stand 08/2026. Vollbudget-Tarife mit belegten Beiträgen, pro Mitarbeiter und Monat.
Welcher Anbieter hinter welchem Beitrag steht, zeigt der bKV-Anbieter-Vergleich 2026 mit allen 11 Anbietern und 110 Tarifen.
Was kostet eine bKV im Jahr für die ganze Belegschaft?
Bei 50 Mitarbeitenden und einem 600-€-Budget beginnen die Jahreskosten bei 10.740 € (MB24-Tarifdatenbank, Stand 08/2026). Die Rechnung ist simpel – Monatsbeitrag mal zwölf mal Mitarbeiterzahl –, wird aber selten vorab gemacht.
Jahreskosten beim jeweils günstigsten Tarif der Stufe:
| Mitarbeitende | 300 € Budget | 600 € Budget | 900 € Budget | 1.500 € Budget |
|---|---|---|---|---|
| 10 | 1.188 € | 2.148 € | 2.826 € | 3.824 € |
| 25 | 2.970 € | 5.370 € | 7.065 € | 9.561 € |
| 50 | 5.940 € | 10.740 € | 14.130 € | 19.122 € |
| 100 | 11.880 € | 21.480 € | 28.260 € | 38.244 € |
| 250 | 29.700 € | 53.700 € | 70.650 € | 95.610 € |
Quelle: MB24-Tarifdatenbank, Stand 08/2026. Berechnung: günstigster Monatsbeitrag der Stufe × 12 × Mitarbeiterzahl.
Die Tabelle zeigt, warum die Stufenwahl bei größeren Belegschaften zur strategischen Entscheidung wird. Zwischen 600 € und 1.500 € Budget liegen bei 250 Mitarbeitenden rund 42.000 € im Jahr.
Wichtig für die Planung: Diese Werte gelten für den günstigsten Tarif der jeweiligen Stufe. Wer einen leistungsstärkeren Tarif wählt, liegt schnell 30 bis 50 % darüber.
Warum Kosten nicht alles sind – die ROI-Perspektive
Wer den Preis einer bKV isoliert betrachtet, sieht nur die Ausgabenseite. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kostet ein einziger krankheitsbedingter Ausfalltag deutsche Betriebe im Schnitt 144 € an Lohnfortzahlung und Produktionsverlust. Selbst ein 35-Euro-Komforttarif amortisiert sich also, wenn er jährlich nur einen halben Fehltag pro Beschäftigtem verhindert.
Was treibt den Preis nach oben?
Drei Faktoren bestimmen, warum zwei Tarife mit identischer Budgethöhe unterschiedlich viel kosten: Leistungen neben dem Budget, die Zahl der abgedeckten Leistungsbereiche und mitversicherte Services (MB24-Tarifdatenbank, Stand 08/2026).
Leistungen außerhalb des Budgets. Manche Tarife erstatten bestimmte Bereiche zusätzlich zum Topf. Das ist der stärkste Preistreiber, weil hier echtes Zusatzrisiko übernommen wird.
Breite des Katalogs. Die AXA FlexMed easy deckt Ambulant und Zahn ab, die HanseMerkur Company Fit acht Bereiche inklusive Vorsorge, Heil- und Hilfsmitteln. Mehr Bereiche bedeuten mehr Leistungsfälle.
Services. Telemedizin, Facharztterminservice und Assistance-Leistungen kosten Geld, auch wenn sie nicht als Erstattung sichtbar werden.
Deshalb sagt der Preis allein wenig über die Qualität. Ein teurer Tarif kann für eine bestimmte Belegschaft das bessere Geschäft sein – wenn die Zusatzleistungen tatsächlich genutzt werden.
Einfluss der Belegschaftsstruktur
Anders als bei einer privaten Vollversicherung spielt das Alter keine Rolle: Die bKV ist ein Kollektivvertrag. Kosten verändern sich eher durch Branchenrisiken (z. B. körperlich harte Arbeit → höhere Physiotherapieleistungen) oder eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage nach Zahnbausteinen.
Der Markt wächst trotz aller Preisunterschiede rasant: Ende 2025 boten rund 60.000 Unternehmen eine bKV an, 15,6 % mehr als im Vorjahr (PKV-Verband, 2026).
Wer trägt die Beiträge – und warum das wichtig ist
In 95 % der Verträge zahlt der Arbeitgeber den vollen Beitrag. Diese Vollfinanzierung ist mehr als Großzügigkeit:
- Emotionale Bindung: Studien zeigen, dass Benefits ohne Eigenanteil doppelt so stark auf Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft wirken.
- Steuervorteil: Nur rein arbeitgeberfinanzierte Beiträge bis 50 €/Monat gelten als Sachbezug und bleiben lohn- sowie sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG).
Mischmodelle mit Gehaltsumwandlung sind möglich, werden jedoch unter § 3 Nr. 63 EStG geführt: steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig.




