Unsere Studie zeigt ein klares Muster: Bei 1.500 bis 2.500 Euro Nettoeinkommen wünschen sich 91% der Beschäftigten vor allem mehr Gehalt, bei 4.001 bis 5.000 Euro führt stattdessen die betriebliche Krankenversicherung mit 51%. Wir nennen das den Maslow-Effekt, Teil unserer Mitarbeiterbindungs Studie 2026.
Der Name ist an Abraham Maslows Bedürfnispyramide angelehnt, nicht wortwörtlich, aber im Prinzip: Erst kommt die Existenzsicherung, dann alles andere. Bei niedrigem Einkommen zählt vor allem das Gehalt selbst. Erst wenn diese Basis einigermaßen gesichert ist, rücken Gesundheit, Vorsorge und Flexibilität in den Vordergrund.
Was genau ist der Maslow-Effekt bei Benefits?
Der Maslow-Effekt beschreibt, wie sich Benefit-Prioritäten mit steigendem Einkommen systematisch verschieben, von reiner Existenzsicherung hin zu Gesundheit, Vorsorge und Flexibilität. Der Name ist an Abraham Maslows Bedürfnispyramide angelehnt, die erstmals 1943 im Fachjournal Psychological Review beschrieben wurde (Maslow, 1943, abgerufen 2026-07-10): Erst wenn Grundbedürfnisse gedeckt sind, rücken höhere Bedürfnisse in den Fokus. Das Muster zieht sich klar erkennbar durch alle sechs Einkommensgruppen unserer Befragung.
Wir haben die 350 Befragten in sechs Einkommensbänder eingeteilt, von 1.500 bis 2.200 Euro bis 5.001 bis 7.500 Euro Nettoeinkommen. Für jede Gruppe haben wir erhoben, welchen Benefit sich die Befragten am meisten wünschen. Das Ergebnis zeigt eine klar erkennbare Verschiebung.
Warum ist das mehr als eine akademische Beobachtung?
Weil viele Mittelständler ihr Benefit-Budget auf eine einzige Zielgruppe zuschneiden, meist unbewusst auf die eigene Führungsebene, und dann überrascht sind, wenn die Resonanz in anderen Teilen der Belegschaft ausbleibt. Der Maslow-Effekt erklärt, warum das passiert.
Was wünschen sich Geringverdiener wirklich?
Bei 1.500 bis 2.500 Euro Nettoeinkommen dominiert der Gehaltswunsch mit 91% Nennung, weit vor Mental Health und Weiterbildung, die deutlich dahinter liegen. Die existenzielle Ebene ist in dieser Gruppe schlicht noch nicht gesichert.
Das ist wenig überraschend, wenn man es sich klarmacht: Wer mit knappem Netto rechnen muss, denkt zuerst an die Grundlage, nicht an Zusatzleistungen. Ein Zuschuss zum Zahnersatz wirkt fern, wenn am Monatsende die Miete das drängendere Thema ist.
Interessant wird es bei der betrieblichen Krankenversicherung (bKV), einer vom Arbeitgeber finanzierten Zusatzversicherung. Nur 32% dieser Gruppe wünschen sie sich, deutlich weniger als der Studiendurchschnitt von 44%. Man könnte vermuten, diese Gruppe brauche einfach keine Gesundheitszusatzleistung. Unsere Daten zeigen das Gegenteil: Die gemessene Kenntnis über bKV liegt in dieser Einkommensgruppe bei nur 1,70 von 5, deutlich unter dem Durchschnitt.
Konkret heißt das: Diese Einkommensgruppe würde von Zuschüssen zu Zahnersatz, Brille oder Facharztterminen eigentlich besonders profitieren, weil private Zusatzabsicherung hier finanziell kaum drin ist. Sie kennt das Instrument bKV aber schlicht zu wenig, um es sich aktiv zu wünschen. Das ist keine mangelnde Nachfrage, das ist eine Wissenslücke.
Zitierfähige Kurzfassung: Die MB24-Studie 2026 (n=350, Frühjahr 2026) zeigt, dass bei Beschäftigten mit 1.500-2.500 Euro Nettoeinkommen 91% Gehalt priorisieren, während nur 32% eine bKV wünschen, bei einer gemessenen bKV-Kenntnis von lediglich 1,70 von 5.
Ab welchem Einkommen kippt die Prioritätenreihenfolge?
Der Wendepunkt liegt bei 2.501 bis 3.000 Euro Nettoeinkommen: Gehalt fällt hier bereits auf 68%, Mental Health steigt auf 54%, und die bKV erscheint mit 43% erstmals prominent auf der Wunschliste. Ab hier beginnt sich die Rangfolge sichtbar zu drehen.
Bei 3.001 bis 4.000 Euro hat sich die Hierarchie bereits geklärt. Mental Health führt jetzt mit 68%, bKV folgt mit 59%. Gehalt bleibt mit 46% zwar noch relevant, ist aber nicht mehr der dominierende Wunsch wie in der untersten Einkommensgruppe.
Die folgende Tabelle zeigt die Verschiebung über alle sechs Einkommensbänder hinweg, jeweils mit den drei wichtigsten Nennungen:
Auffällig an dieser Grafik: Die orange Gehalts-Linie sinkt fast durchgehend, während Mental Health und bKV in der Mitte des Einkommensspektrums ihren Höhepunkt erreichen. Kein Benefit dominiert über alle Einkommensgruppen hinweg, jede Gruppe hat ihr eigenes Prioritätenmuster.




